Warum ich gern schreibe

Manche können gut mit Bildern. Andere mit Zahlen. Mein Hirn bildet die Welt in Worten ab. Und davon gebe ich Ihnen gern was ab.

Art-Direktoren und Texter sind unterschiedliche Spezies. Natürlich trifft man immer mal die seltene Ausnahme, die beides kann. Aber prinzipiell unterteilt sich die Welt der Kreativen meiner Erfahrung nach in Wort-Menschen und Bild-Menschen. Das hängt einfach davon ab, wie sich die Welt in unserem Hirn abbildet. Ich bin ganz klar Wort-Mensch.

Möglicherweise kommt das daher, dass meine Eltern es nie so mit Bildern hatten. Die haben nämlich Bücherregale statt Tapeten. Wir hatten auch keinen Fernseher, als ich klein war, „sonst lernt der Junge ja nie lesen“. Comics und Illustrierte standen ebenfalls auf der schwarzen Liste.

Im Ergebnis ist meine visuelle Auffassungsgabe miserabel. Ich erkenne zwar, was ich sehe, aber nicht, wie die Dinge wirklich aussehen. Stellen Sie sich z.B. eine Tasse vor einer Teekanne auf dem Tisch vor. Ein Bild-Mensch sieht nicht nur die beiden Gegenstände – er kann sie auch zeichnen, weil er sieht, welche Teile der Teekanne er nicht sieht, weil sie von der Tasse verdeckt werden. Diese Info kommt in meinem Hirn nicht an. Ich kann das Bild nur in Worten beschreiben und muss den Rest dem Kino zwischen Ihren Ohren überlassen.

Auf der anderen Seite erlebe ich es natürlich immer als großartige Bereicherung und gegenseitige Ergänzung, mit einem Bild-Menschen zusammenzuarbeiten.